Von PONG bis Frittierfett-Werbung

Neben dem Aushöhlen meiner persönlichen Arschkuhle auf der Couch auf Höchstleistungsniveau, betreibe ich noch andere Extremsportarten. Dazu gehört das Sammeln von Spiele-Konsolen und allem was die Medienwelt so vorbrachte, um uns Kinder der 80er vor dem Fernseher zu halten. Es gibt einfach kein besseres Geburtsjahr für Nerds als 1980. Das letzte Jahr der „Generation X“, quasi im Übergang zur Generation Y aka. die „Millenials“. Also genau zwischen „Was ist dieses Wotz Äp“ und „Digga, ich hab dich bei Pokémon rasiert“.

PONG und Inko-Windeln

Wir haben die volle Entwicklung moderner Entertainment-Medien mitbekommen. Mit sechs Jahren habe ich zugeschaut wie sich mein Dad und mein Bruder in epischen PONG Schlachten bis aufs Blut gebattelt haben. Wenn der eckige Ball innerhalb von 4 Sekunden per Volley quer über den Bildschirm schoss, stieg das Adrenalin ins Unermessliche. Steinzeit-FIFA voller Emotionen! Im Griechenland-Urlaub habe ich Omas Gin-Tonic Kasse geplündert und in den Pac-Man Automaten gesteckt, um den Highscore des dicken Jungen mit der Dangermouse-Badehose einzuebnen! EAT THIS, Kevin-Maria!

Wegen solcher Erinnerungen habe ich angefangen die alten Konsolen zu sammeln. Als meine Frau in einem Nebensatz erwähnte, dass Sie noch alte Nintendos auf dem elterlichen Dachböden hat, hätte ich fast eine Inko-Windel gebraucht. Ganzkörper-Tränen der Freude! Damit hat der Wahnsinn begonnen.

It’s a meee, Mario!

Damals hies „gaming“ noch „spielen“. Und es ging auch nur darum. Keine Highend-Grafik, keine ellenlange Videosequenzen, keine abgedrehte Story. Einmal ins Modul blasen, in die Konsole stecken und los ging’s. Man ist einfach mit dem italienischen Klempner losgerannt um nach drei Sekunden einem böse guckenden Pilz auf den Kopp zu springen – ohne zu wissen warum. Das man das Ganze tut um eine Stockholm-Syndrom geplagte Prinzessin zu retten hat man erst am Ende des ersten Levels erfahren. War aber auch egal.

Heute läuft das anders ab. Erstmal nimmt man sich einen Tag Urlaub um ein Spiel mit einer Datengröße der CIA-Fallakten der letzten 30 Jahre zu installieren. Wenn man dann endlich loslegen will kommt eine Videosequenz, ungefähr in der Länge der Herr der Ringe Triologie. Schließlich muss man die Story ja verstehen. Nach 2 1/2 Minuten Spielspaß, in denen man lernt wie man die 264 Tastenkombinationen am sinnvollsten nutzt, kommt wieder ein Videosequenz. Bis dahin habe ich mich schon zweimal rasieren müssen.

Ich glaube das dies der Grund dafür ist, dass die Kids von heute größtenteils aussehen als würden sie sich auf ein Casting für einen Frittierfett-Werbespot vorbereiten. Man sitzt sich den Arsch platt und wartet bis es los geht. In der Zeit hat man sich 1994 schon den ersten Krampf im Handgelenk geholt und jahrelange Freundschaften in einer Runde Mario-Kart vernichtet.

Fazit: In den 80ern und 90ern sah zwar alles nicht so geil aus, hat aber mehr Spaß gemacht. Das gilt auch für Frisuren, Otto-Kataloge (Jungs, ihr wisst was ich meine) und Autos. Ein Gruß an die Generation XY!

PS.: Es gibt einen Instagram-Account bei dem ich schnieke Fotos von dem Kram poste: @retro.nerd.germany – schaut mal rein!

 

 

 

 

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